„Ich würde mir Hannes Bosch wünschen“

Ist geschockt über den Weggang des Trainers: DJK-Zuspielerin Lisa Denzinger hätte gerne mit Andreas Moeller weitergearbeitet. Foto: Jan-Philipp Strobe l

Der Weggang von Andreas Moeller trifft die DJK Gmünd hart. „Wir sind alle schockiert“, sagt Zuspielerin Lisa Denzinger (26).

Sie hatten schon über die kommende Saison geredet. Und dann das: Trainer Andreas Moeller hat bekannt gegeben, dass er die Frauen der DJK Gmünd am Saisonende verlässt. Zuspielerin Lisa Denzinger spricht im Interview über einen großen Verlust und einen Wunschkandidaten.

Frau Denzinger, was war Ihre erste Reaktion, als Sie erfahren haben, dass Andreas Moeller geht?

Denzinger: Ganz ehrlich: Das war ganz schlimm für mich. Wir sind alle schockiert, weil wir nicht damit gerechnet haben.

Warum wart Ihr Euch sicher, dass Andreas Moeller bleibt?

Weil wir schon über die nächste Saison geredet haben. Wir waren total zufrieden mit ihm, und wir hatten uns alle darauf gefreut, mit Andreas weiterzuarbeiten. Aber wir können seine Gründe natürlich auch nachvollziehen. Er ist allein drei Stunden unterwegs, bis er bei uns im Training ist. Das ist auf die Dauer einfach nicht zu schaffen.

Was hat die Mannschaft an Andreas Moeller so geschätzt?

Das Fachliche. Er hat uns allen noch sehr viel beigebracht, auch uns Erfahrenen. Auch als Coach ist er super, ich hatte bislang nur wenige Trainer, die so motivierend waren. Und er stand wirklich komplett hinter uns. Das Trainergespann Andreas Moeller und Hannes Bosch ist absolut klasse.

Haben Sie sich schon Gedanken über einen möglichen Nachfolger gemacht.

Nein. Ich war so geschockt, dass ich darüber noch nicht groß nachgedacht habe.

Co-Trainer Hannes Bosch ist im Besitz der nötigen B-Lizenz.

Ja, und ich würde mir Hannes Bosch auch als Nachfolger wünschen. Er wäre für uns die ideale Lösung. Hannes ist sehr kompetent, und er kennt uns. Wir sind ein eingespieltes Team. Wobei ich auch weiß, dass es beim ihm zeitlich sehr schwierig ist.

Zwei Spieltage vor Schluss seid ihr Fünfter. Sind Sie mit dem bisherigen Saisonverlauf zufrieden?

Ich bin vor allem mit der Rückrunde sehr zufrieden. Da haben wir lediglich zwei Spiele verloren. Eines gegen Mosbach, als viele Stammspielerinnen ausgefallen sind. Gegen diesen Gegner hätten wir unter normalen Bedingungen gewonnen.

 

Hannes ist sehr kompetent, er kennt uns.

Lisa Denzinger Zuspielerin der DJK Gmünd

Die zweite Niederlage setzte es zuletzt gegen den souveränen Tabellenführer SVK Beiertheim.

Und da muss ich sagen, dass wir trotz der Niederlage zufrieden sein konnten. Zumal sich Lisa Federsel während des Spiels schwer verletzt hat (Kreuzbandriss, Anm. der Red.). Unter diesen Umständen haben wir ein ordentliches Spiel abgeliefert.

War die Rückkehr in die 3. Liga in dieser Saison nie ein Thema?

Nein. Bei mir jedenfalls nicht. So weit sind wir nicht, dazu müssen wir noch ein, zwei Jahre mit der selben Mannschaft zusammenspielen. Wir hatten anfangs nur selten die Möglichkeit, uns richtig einzuspielen, weil immer wieder andere Spielerinnen auf dem Feld standen. In der Rückrunde war das dann möglich – und es hat gefruchtet. Auch Andreas hat dazu einen großen Teil beigetragen.

Abgesehen von Lisa Federsel und Miriam Gold bleibt die Mannschaft weitgehend zusammen. Ist der Aufstieg in der kommenden Saison schon realisierbar?

Es ist noch viel zu früh, darüber zu reden. Da spielen so viele Faktoren eine Rolle. Sicherlich würde uns bei unserem kleinen Kader auch die eine oder andere Verstärkung gut tun.

Für welche Position?

Für alle Positionen. Aber das ist wohl eine utopische Vorstellung.

Sie waren jahrelang eine der besten Außenangreiferinnen. Seit dieser Saison sind Sie die Zuspielerin.

Ja, und ich hätte niemals gedacht, dass mir diese Position so viel Spaß macht. Man ist an jedem Punkt beteiligt.

An diesem Samstag geht’s um 20 Uhr vor heimischem Publikum gegen den TSV Burladingen.

Ja, und wir können alles reinhauen und so Andreas einen schönen Abschied bescheren.

© Gmünder Tagespost 10.03.2017 18:37