Zwei Neue und der eigene Nachwuchs

Die Zukunft der DJK Gmünd: Jule Nanz, Hanna Arnholdt, Celine Feichtinger, Pia Arnholdt und Alisia Weber (von links) sollen verstärkt ins Regionalliga-Team integriert werden und zunehmend ein fester Bestandteil der ersten Mannschaft werden. Foto: Jan-Philipp Strobel

Volleyball, Regionalliga Der Klassenerhalt ist geschafft, jetzt richtet sich der Blick bei der DJK Gmünd auf die neue Saison. „Ich glaube nicht, dass es ruhiger wird“, sagt Trainer Joachim Saam.

ALEXANDER HAAG

Die Feier ging bis in die frühen Morgenstunden. Die Volleyballerinnen der DJK Gmünd haben den Klassenerhalt in der Regionalliga Süd ausgiebig gefeiert. „Ich bin brav um 3 Uhr nach Hause, die Mädels waren bis 5 Uhr unterwegs“, sagt Trainer Joachim Saam.

Ja, die Erleichterung war groß nach dem alles entscheidenden 3:0-Sieg gegen den VC Offenburg II. Und auch Saam gibt zu, dass „ich permanent Zweifel hatte, ob wir es wirklich schaffen“. Gezweifelt habe er auch an sich selbst. „Ich habe mich gefragt, warum es einfach nicht klappt.“ Der Coach meint damit in erster Linie die Annahme, „mit der wir uns in den beiden Spielen zuvor das Leben selbst schwer gemacht haben“. Wie kann es dann sein, dass seine Mädels ausgerechnet im entscheidenden Spiel so eine Wahnsinns-Leistung abliefern? Für Joachim Saam waren drei Punkte ausschlaggebend:

Erstens: „Das war eine reine Kopfsache. Wir haben vorher zum Teil auch nicht schlecht gespielt, aber diesmal ging es um alles. Niemand wollte in die Oberliga absteigen.“

Zweitens: In Sachen Stimmung und Einstellung habe sich die Mannschaft in den vergangenen vier Wochen sehr viel erarbeitet.

Drittens: „Wir haben die Qualität des Aufschlags und eben auch in der Annahme deutlich erhöht.“

Natürlich habe es der DJK auch in die Karten gespielt, dass „wir Offenburg von Anfang an überrollt haben und der Gegner nie ins Spiel reingekommen ist“.

Joachim Saam jedenfalls hatte am Spieltag von Anfang an ein gutes Gefühl. „In der Nacht davor hatte ich kaum geschlafen, ich bin dann vor dem Spiel ins Fitnessstudio, und hinterher war ich sehr ruhig.“ Dass seine Spielerinnen an diesem Tag Großes leisten können, habe er schon beim Einspielen gespürt. „Und nach dem ersten Satz wusste ich: das muss heute funktionieren.“ Es hat funktioniert, und deshalb können sich die Verantwortlichen der DJK schon jetzt mit der kommenden Saison beschäftigen. Eine Saison, über die Saam schon jetzt sagt: „Ich glaube nicht, dass es ruhiger wird als in dieser Runde.“ Denn: Die Mannschaft wird qualitativ nicht viel stärker sein.

Comeback von Monika Fabian?

Ich bin brav um 3 Uhr nach Hause ...

Joachim Saam
Trainer der DJK Gmünd

Klar ist: Kapitänin Monika Fabian (Karriereende) wird der DJK laut Saam „enorm fehlen“. Wobei der Trainer zugibt, dass er mit der 27-Jährigen schon mal flapsig übers Weitermachen geredet habe. „Vielleicht bekommt sie ja doch wieder Lust. Ich kenne das von mir selbst: Irgendwann kommt das Comeback ...“

Sicher kommen wird in der neuen Runde das Comeback von Lisa Denzinger nach ihrem Kreuzbandriss. Damit kehrt die wohl wichtigste DJK-Spielerin aufs Feld zurück. Saam allerdings ist nicht ganz so euphorisch. „Natürlich kommt Lisa zurück, aber die Frage ist: in welchem Fitnesszustand?“ Der Trainer (und der Physiotherapeut) bremsen die Außenangreiferin derzeit ein. „Sie darf auf keinen Fall zu früh einsteigen.“ Erfreulich: Die beiden Stuttgarterinnen Pavla Stará und Iwona Pasienczna hängen noch eine weitere Saison in Gmünd dran. „Die beiden sind ein Glücksfall für uns“, sagt der Trainer, der aber auch weiß, dass solch externe Neuzugänge mit dieser Qualität für die Gmünder schwer zu finden sind. Dennoch: Zwei potenzielle Zugänge hat die DJK bereits an der Angel:

Melanie Wunderlich: Die Linkshänderin wohnt und spielt derzeit für Schwäbisch Hall in der Landesliga. „Sie war schon ein paar Mal bei uns im Probetraining, und ab dem nächsten Semester studiert sie hier in Gmünd“, sagt Saam. „Wir wollen sie unbedingt bei uns mit reinnehmen.“ Einziges Problem: Die abschließende Zusage der Diagonalspielerin fehlt noch.

Caroline Mechler: Zwar hat sie aus beruflichen Gründen in den vergangenen zwei Jahren kürzer treten müssen. Davor aber spielte sie für den VfB Mosbach in der 3. Liga und Regionalliga. Und: Ihre Ausbildung genoss sie beim Zweitligisten Sinsheim. Mechler kann sowohl auf der Liberoposition als auch Annahme Außen eingesetzt werden.

Fördertraining für Nachwuchs

Ansonsten konzentriert sich die DJK künftig auf den eigenen Nachwuchs. Die U20-Spielerinnen Alisia Weber und Hanna Arnholdt sollen verstärkt in die erste Mannschaft eingebaut werden. Dasselbe gilt für die drei Jugendspielerinnen Jule Nanz, Celine Feichtinger und Pia Arnholdt, die alle schon Regionalligaluft schnuppern durften. Neu hinzu kommt eine engere Zusammenarbeit aller DJK-Trainer. „Wir bieten jetzt ein Fördertraining für die U16-, U18- und U20-Spielerinnen an. Alle, die Lust haben, können da kommen“, sagt Saam. Die Verantwortlichen erhoffen sich davon, dass noch mehr Spielerinnen aus dem eigenen Stall schneller an die aktiven Mannschaften herangeführt werden.

Das ist ein riskanter Weg, weil „wir eine der jüngsten Mannschaften stellen werden“. Aber es ist auch einer mit Perspektive. Und der passt zur DJK Gmünd.

© Schwäbische Post 13.03.2018 18:29