Nach zwei Stunden und sechs Minuten war es geschafft. Die Volleyballerinnen der DJK Gmünd konnten gegen die TG Biberach nach einem nervenaufreibenden Fünfsatzkrimi den ersten Saisonsieg der jungen Regionalliga-Saison feiern.
Nach einer 2:0-Satzführung muss die Mannschaft von Sven Willig in den Entscheidungssatz. Warum sich Gmünds Regionalliga-Volleyballerinnen dann dennoch sicher zum 3:2 (25:18, 25:23, 13:25, 17:25, 15:10) durchsetzten.
Neue Mannschaft, neuer Trainer, altes Spielchen: Wenn die Gmünderinnen in den vergangenen Jahren in der Straßdorfer Römersporthalle antraten, strapazierten sie ihre und die Nerven der Fans. So war es auch jetzt bei der Heimpremiere gegen die TG Biberach. Eine dominierende DJK verlor nach dem 2:0 komplett den Faden, musste den 2:2-Satzausgleich hinnehmen, um das Ding dennoch im fünften Satz zu drehen. „Es tut gut, dass wir die ersten Punkte gewonnen haben“, war Trainer Sven Willig die Erleichterung ins Gesicht geschrieben. Auch die vielen Fans feierten das neuformierte DJK‑Team. Was den Coach besonders freute, war, dass sich etliche Spieler aus der U16 des SV Fellbach, die Willig zuletzt trainiert hatte, unter den Zuschauern befanden.
Dass der Aufsteiger aus Biberach nicht gewillt war, mit leeren Händen nach Oberschwaben zurückzukehren, zeigte er gleich bei den ersten Ballwechseln. Beide Mannschaften begannen druckvoll. Der DJK um Zuspielerin Valeska Bundschuh und die beiden Mittelangreiferinnen Stella Rubrech und Neuzugang Meike Köpfer gelang es schließlich, sich einen Vorsprung herauszuspielen, den sie nach und nach vergrößerte. Im Gegensatz zu früher, schafften es die Gmünderinnen, nach längeren Ballwechseln den Punkt zu machen, spielten im Angriff variabel und profitierten von vielen Fehlern der TG. So landete auch der erste Satzball für die DJK, ein Biberacher Angriff, im Aus.
Nach dem Seitenwechsel war der Gegner völlig von der Rolle, wurde von den Gmünderinnen förmlich überrollt, die rasch mit 9:0 führten. Dass die Mannschaft noch stabiler und genauer werden und sich auf dem Feld noch finden muss, zeigte sich im weiteren Verlauf, denn man ließ die TG immer wieder herankommen. Positiv, dass man den Ball immer wieder mal mit Schmackes im gegnerischen Feld unterbrachte, so wie beispielsweise Hanna Arnholdt über die Außenposition beim Punkt zum 13:5. Ihr gutes Timing beim Block zeigte Rubrech, als sie einen TG-Angriff zum 18:12 für die DJK am Netz unterband. Der Vorsprung schmolz, weil Biberach jetzt mit mehr Risiko aufschlug, und die DJK um Libera Tabea Willmann in der Annahme nicht mehr präzise genug war. Für Willmann war es zudem eine besondere Situation, schließlich spielte sie gegen die Mannschaft, deren Trikot sie in der vergangenen Saison noch getragen hatte. Ein Biberacher Aufschlag ins Netz rettete den knappen 25:23-Satzgewinn zum 2:0 für die DJK.
Gmünd kommt mit Top-Spin-Aufschlägen nicht klar
War es Biberachs Calla Hofmann gewesen, die die Angabe zum Gmünder 2:0 versemmelt hatte, sorgte gerade sie mit ihren Top-Spin-Aufschlägen für ein heilloses Durcheinander im Gmünder Annahmeriegel: „Nachdem wir in den ersten beiden Durchgängen zum Teil überragend angenommen hatten, haben wir danach zwei Sätze gebraucht, um uns auf die Rotations-Aufschläge einzustellen“, so Willig. Mit 25:13 und 25:17 glich Biberach zum 2:2 aus.
Die große Befürchtung war jetzt, dass die Gmünderinnen auch im Entscheidungssatz den Aufschlägen nicht gewachsen sein würden. Aber, sie hatten sich gefangen, „weil wir schon gegen Ende des vierten Satzes die Annahme besser unter Kontrolle bekamen“, sagte der DJK-Coach, dessen Team im fünften Abschnitt wieder Oberwasser hatte. Jetzt gingen auch die Zuschauer mit, feierten Punkte unter anderem durch die eingewechselte Sarah Körger oder Melanie Wunderlich, die sich die Auszeichnung zur wertvollsten Spielerin mehr als verdient hatte. Spielführerin Alisia Weber war es schließlich überlassen, nach zwei Stunden und sechs Minuten den Matchball zum 15:10 zu verwandeln.
(Quelle: Rems-Zeitung)
